120 % Modell

Das 120 % Modell in der Praxis
An der Vetsuisse Fakultät wurde das 120 % Modell 2010 initiiert. Es hat zum Ziel, zur besseren Vereinbarkeit von Karriere und Familie beizutragen und Kontinuität in der beruflichen Laufbahn sicherzustellen. Postdocs, Residents und Doktorierende mit Betreuungspflichten, z.B. bei Elternschaft, können beantragen, während maximal eines Jahres ihr Pensum von 100 % auf ≥ 60 % zu reduzieren und mit der Anstellung eines Technikers/einer Technikerin oder einer Doktorandin/eines Doktoranden von  ≤ 60 % zu ergänzen.

Der gemeinsame Anstellungsgrad beträgt 120 %. Während dieses Jahres stockt also in dem Umfang, in dem die geförderte Person ihr Pensum reduziert, die Technikerin oder Doktorandin ihr bereits vorhandenes Pensum auf. Sie übernimmt nun dringende, nicht verschiebbare klinische oder Laborarbeiten, so dass die laufenden Forschungsprojekte im bisherigen Rahmen weitergeführt werden können. Die Einarbeitung kann bereits vor dem Beginn der 120 %-Periode erfolgen. Es versteht sich von selbst, dass sich die im 120 % Modell zusammenarbeitenden Personen gut verstehen müssen, kooperativ sein sollten und eine offene Kommunikation pflegen. Durch die intensivere Zusammenarbeit können durchaus auch neue Ideen entstehen.

Flexibilität bei der Unterstützung ist wichtig
Personen, die durch das 120 % Modell unterstützt werden möchten, stellen einen Antrag an die Kommission für akademischen Nachwuchs und Gleichstellung KANG. Bei der Beurteilung dieser Anträge ist ausschlaggebend, dass die Unterstützung zur Verfolgung der nächsten Karriereziele verwendet wird. Dabei ist uns aber eine grosszügige Beurteilung der Anträge wichtig. Eine unterstützte Frau fragte uns beispielsweise an, ob sie einen Teilbetrag auch  für einen zusätzlichen Kita-Tag verwenden dürfe. Damit könne sie in Ruhe die erhobenen Resultate auswerten und auch publizieren. Selbstverständlich unterstützten wir diesen Plan! Eine andere Frau hätte während der Schwangerschaft klinische Daten in einer grossen Kuhherde im Ausland erheben sollen. Da sich unerwartet Schwangerschaftsprobleme einstellten, konnte der Betrag für eine Person eingesetzt werden, die an ihrer Stelle die klinischen Daten erhob.

Positives Fazit der unterstützten Personen und der Vetsuisse-Fakultät
Die bisher unterstützten Personen ziehen ein positives Fazit: Alle bestätigen, dass das Modell eine grössere örtliche und zeitliche Flexibilität schafft. Stillzeiten konnten stressfreier wahrgenommen werden, es bestand die Möglichkeit, Kinder flexibler in eine Fremdbetreuung einzuführen und hektischen Momenten des Familienlebens konnte mit mehr Gelassenheit begegnet werden. Im Rahmen des 120 % Modells wurden nicht nur unabdingbare Arbeiten erledigt und Projekte zeitgerecht beendet, es entstand auch mehr Freiraum für die Personen selbst. Dies führte unter anderem dazu, dass neue Projekte zielgerichteter in Angriff genommen werden konnten. Alle geförderten Personen konnten während des Unterstützungsjahres Publikationen und Konferenzbeiträge verfassen oder sogar die Habilitation abschliessen.

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen ist die Vetsuisse-Fakultät der Ansicht, dass es sich beim 120 % Modell um eine zielführende und darüber hinaus auch kosteneffiziente Unterstützungsmassnahme handelt. Die Beispiele zeigen, dass dank dieser Massnahme Forschungsprojekte erfolgreich weitergeführt werden und der Übergang zurück in die Arbeitswelt flexibler gestaltet werden kann.

Stellen auch Sie einen Antrag und profitieren Sie vom 120 % Modell!
Die Schaffung von sogenannten 120 % Lösungen (20% Überlappung) in Klinik und Forschung zur Überbrückung von Abwesenheiten in Schwangerschaft oder bei betreuungspflichtbedingten Abwesenheiten. Aus 100 % Stellen entstehen somit beispielsweise:

Postdoc 60 % und technische Assistenz 60 %
Postdoc 70 % und technische Assistenz 50 %
Postdoc 80 % und technische Assistenz 40 %

Der maximal bezogene Betrag ist 12’160.- pro Person und die maximale Unterstützungsdauer beträgt 12 Monate. Anträge von Personen mit tieferem Beschäftigungsgrad werden entsprechend angepasst. Anträge für diese Massnahme können vom akademischen Nachwuchs während der Schwangerschaft und bis zwei Jahre nach Niederkunft gestellt werden.

Benötigte Unterlagen
Curriculum vitae
Begründung des Antrages
Empfehlungsschreibenden der vorgesetzten Person
Höhe des beantragten Betrages

Anträge können jederzeit eingereicht werden an Prof. Dr. med. vet. Gaby Hirsbrunner gaby.hirsbrunner@vetsuisse.unibe.ch. Sie gibt Ihnen gerne mehr Auskunft.