Angebot der Abteilung für Gleichstellung der Universität Bern

Schwerpunkte
Die Universität Bern setzt in Sachen Gleichstellung folgende sieben Schwerpunktthemen:

1) Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Privat-/Familienleben
Die Universität Bern ist sich bewusst, dass die beruflichen und wissenschaftlichen Karrieren ihrer Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weiteren Mitarbeitenden mitgeprägt sind durch familiäre, private und stellenbezogene Lebensumstände. Sie engagieren sich nicht nur in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld sondern zum Beispiel auch in der Betreuung von Kindern, in ihrer Partnerschaft, in der Pflege von Angehörigen und in ehrenamtlichen Aufgaben. Die Universität Bern will diesen Lebenskontext ihrer Mitarbeitenden und Studierenden bei den Arbeits- und Studienbedingungen angemessen berücksichtigen.
http://www.vereinbarkeit.unibe.ch/familie_und_kinderbetreuung/angebot/index_ger.html

2) Qualitätssicherung und Chancengleichheit in Anstellungsverfahren
Die Universität Bern hat sich zum Ziel gesetzt bis 2016 bei den Professuren einen Frauenanteil von 25% zu erreichen. Mit einem aktuellen Frauenanteil von knapp 18% bei ordentlichen und ausserordentlichen Professuren liegt sie noch deutlich unter den Zielvorgaben. Ein zentraler Ansatzpunkt liegt in der Qualitätssicherung der Anstellungsverfahren. Faire und transparente Anstellungsverfahren erhöhen die Chancengleichheit. Hierfür verfügt die Universität Bern über einen Leitfaden "Chancengleichheit in Anstellungsverfahren" sowie über reglementarische Grundlagen. Diese regeln unter anderem, dass in den Anstellungskommissionen jeweils ein Kommissionsmitglied in der Funktion eines Gleichstellungsdelegierten / einer Gleichstellungsdelegierten fungiert. Zusätzlich hat eine Vertretung der Abteilung für die Gleichstellung beratend Einsitz in den Kommissionen. Die Abteilung für die Gleichstellung stellt den Anstellungskommissionen Unterlagen zur Verfügung und bietet Workshops über Chancengleichheit in Anstellungsverfahren an.

3) Karriereplanung mit Hilfe von Mentoring-Programmen
Als Instrument gezielter Nachwuchsförderung motiviert Mentoring Wissenschaftlerinnen, ihre akademische Laufbahn zu planen und konsequent zu verfolgen. An der Universität Bern besteht ein frauenspezifisches Angebot für verschiedene Zielgruppen, das mit finanzieller Unterstützung der Universität Bern, des Bundesprogrammes Chancengleichheit und des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt wird.
http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/schwerpunkte/nachwuchsfoerderung/mentoring/index_ger.html

4) Aufbrechen von Stereotypen bei der Studienwahl
Die Studienwahl ist stark geschlechtsspezifisch geprägt. Frauen, die sich für die Fächer Volkswirtschaft, Informatik oder Physik entscheiden, sind nach wie vor in der Minderheit. Dagegen beträgt der Männeranteil in der Veterinärmedizin oder der Theaterwissenschaft nur 20 Prozent. Diese Unterschiede in der Verteilung der Geschlechter auf die Fächer und Disziplinen bezeichnet man als horizontale Segregation. Die Abteilung für die Gleichstellung setzt sich dafür ein, Stereotype aufzubrechen und damit die horizontale Segregation abzuschwächen.
http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/schwerpunkte/studienwahl/index_ger.html

5) Diskriminierung
Die Universität Bern setzt sich für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein. Dies gilt insbesondere bezüglich Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (Sexismus) und sexualisierte Übergriffe (sexuelle Belästigung): Wir alle haben Anspruch auf Schutz unsere persönlichen Integrität am Arbeitsplatz und im Studium und darauf, dass unsere Grenzen respektiert werden. Die Universität Bern ist zudem gesetzlich verpflichtet, ihre Angehörigen vor sexueller Belästigung zu schützen. Insbesondere sind auch die Vorgesetzten für das Hinschauen und Reagieren verantwortlich.
http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/schwerpunkte/diskriminierung/index_ger.html

6) Stereotype
Stereotype sind vereinfachende Vorstellungen über Menschen, welche die Wahrnehmung einer Person bestimmen. Sie basieren auf Vorstellungen und Mustern, die im täglichen Umgang nicht mehr hinterfragt werden. In der Forschung wird Stereotypen einerseits die Funktion zugeschrieben, Unsicherheiten zu reduzieren und Orientierung in einer komplexen, sich wandelnden Welt zu geben. Anderseits wird darauf hingewiesen, dass sie Eigenschaften von Personen und Gruppen festschreiben und damit dominante gesellschaftlich-kulturelle Wertungen, die mit Privilegien und Benachteiligungen verbunden sind reproduzieren.
http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/schwerpunkte/stereotype/index_ger.html

7) Nachwuchsförderung
„Frauen wollen keine Wissenschaftskarrieren machen“? An der Universität Bern steigen überproportional mehr Frauen als Männer aus der akademischen Karriere aus (vertikale Segregation). Die sogenannte "leaky pipeline" basiert auf verschiedenen Stolpersteinen, welchen Frauen häufiger begegnen. Der Mythos der Selbsteliminierung der Frauen in akademischen Karrieren kursiert nach wie vor, obwohl er mit verschiedenen Fakten widerlegt werden kann. Es gibt unterschiedliche Hürden, welche in akademischen Laufbahnen von Frauen bestehen. Es handelt sich um vielfältige Phänomene, wie zum Beispiel:

  • Wissenschaftlerinnen in der Postdoc-Phase werden mit mehr administrativen Aufgaben beauftragt als Männer. So fehlt ihnen die Zeit für eigene Forschung und Karriereentwicklung
  • Frauen arbeiten häufiger als Männer an interdisziplinären Themen, deren Ansehen eher tief ist
  • Forscherinnen haben kleinere Chancen, Drittmittel einzuwerben
  • Frauen werden häufiger als Männer als verantwortlich für die Vereinbarkeit von Wissenschaftskarriere und Familie angeschaut. Sie verlieren so wertvolle Zeit in der akademischen Laufbahn
  • Frauen erhalten häufig geringere Unterstützung durch Vorgesetzte, vor allem wenn sie Kinder haben
  • Kandidatinnen werden in Anstellungsverfahren für Professuren weniger berücksichtigt als Kandidaten

http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/schwerpunkte/nachwuchsfoerderung/index_ger.html

Kurse
Das Kursprogramm der AfG ergänzt das universitäre und kantonale Weiterbildungsangebot. Es richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Nachwuchswissenschaftlerinnen, aber auch an Verwaltungsangehörige, Studentinnen sowie Männer und Frauen mit Betreuungspflichten.
Kursprogramm 2016

Beratungsangebote
Die AfG berät sowohl universitäre Einheiten als auch Einzelpersonen (Studierende, AssistentInnen, ProfessorInnen, Verwaltungsangestellte) in gleichstellungsrelevanten Fragen. Die AfG ist die Anlaufstelle für Universitätsangehörige, die sich aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert fühlen. In Absprache mit den Ratsuchenden arbeiten die AfG mit anderen universitären Stellen zusammen. Die Beratungen finden vertraulich statt. http://www.unibe.ch/universitaet/portraet/selbstverstaendnis/gleichstellung/beratungsangebot/index_ger.html

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Der elektronische Newsletter "Gleichstellung an der Universität Bern" erscheint ein- bis zweimal pro Semester und informiert über Aktuelles aus der Gleichstellungsarbeit an der Universität Bern und darüber hinaus. Er enthält Informationen über Projekte, neue Studien sowie Veranstaltungen rund um Gleichstellung und Gender-Themen.
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