Nachwuchsförderung und Gleichstellung

Nachwuchsförderung und Gleichstellung an der Vetsuisse-Fakultät: Zwei Themen, die uns wichtig sind!

Die Kommission für akademischen Nachwuchs und Gleichstellung KANG ist eine stetige Kommission, die im neuen Fakultätsreglement verankert sein wird.

Der Auftrag und das Ziel der KANG ist es, die Gleichstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vetsuisse-Fakultät zu wahren, deren Potenzial zu erkennen und ihre berufliche Karriere zu fördern. Die KANG entwickelt die Bereitschaft zur Veränderung nicht mehr zeitgemässer Strukturen und wirkt mit, die Arbeitsbedingungen den heutigen Bedürfnissen anzupassen.

Die KANG unterstützt die Abteilungen und Institute darin, attraktive und familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, fördert die Chancengleichheit und leistet einen Beitrag zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Die Gleichstellungsanliegen werden auf allen Stufen, in alle Prozesse – insbesondere in die Führungsprozesse – sowie in alle Massnahmen integriert. Die KANG ist zudem verpflichtet, bei der Umsetzung des Gleichstellungsplans der Vetsuisse-Fakultät mitzuwirken.

Die Vetsuisse-Fakultät hat im September 2015 den Gleichstellungsplan für die Vetsuisse-Fakultät verabschiedet. In diesem Plan sind 26 Massnahmen verzeichnet anhand derer die Gleichstellung bis 2019 weiter vorangetrieben werden soll.

Gaby Hirsbrunner, Kommissionsleiterin und Delegierte der Vetsuisse-Fakultät in der Kommission für die Gleichstellung von Frauen und Männern der Universität Bern, DKV
Cord Drögemüller, DCR-VPH
Christine Göpfert, DIP
Eliane Marti, DCR-VPH
Anna Oevermann, DCR-VPH
Simone Schuller, DKV
Torsten Seuberlich, Mitglied der Vetsuisse-Beförderungskommission, DCR-VPH
Artur Summerfield, Mitglied der Vetsuisse-Lehrkommission, DIP
Nicole Rindlisbacher, Vertretung Fachschaft
Patrik Zanolari, Mitglieder Vetsuisse-Forschungskommission, DKV
Silvie Klein-Franke, Gleichstellungskoordinatorin der Vetsuisse-Fakultät

Das 120 % Modell in der Praxis

An der Vetsuisse Fakultät wurde das 120 % Modell 2010 initiiert. Es hat zum Ziel, zur besseren Vereinbarkeit von Karriere und Familie beizutragen und Kontinuität in der beruflichen Laufbahn sicherzustellen. Postdocs, Residents und Doktorierende mit Betreuungspflichten, z.B. bei Elternschaft, können beantragen, während maximal eines Jahres ihr Pensum von 100 % auf ≥ 60 % zu reduzieren und mit der Anstellung eines Technikers/einer Technikerin oder einer Doktorandin/eines Doktoranden von  ≤ 60 % zu ergänzen.

Der gemeinsame Anstellungsgrad beträgt 120 %. Während dieses Jahres stockt also in dem Umfang, in dem die geförderte Person ihr Pensum reduziert, die Technikerin oder Doktorandin ihr bereits vorhandenes Pensum auf. Sie übernimmt nun dringende, nicht verschiebbare klinische oder Laborarbeiten, so dass die laufenden Forschungsprojekte im bisherigen Rahmen weitergeführt werden können. Die Einarbeitung kann bereits vor dem Beginn der 120 %-Periode erfolgen. Es versteht sich von selbst, dass sich die im 120 % Modell zusammenarbeitenden Personen gut verstehen müssen, kooperativ sein sollten und eine offene Kommunikation pflegen. Durch die intensivere Zusammenarbeit können durchaus auch neue Ideen entstehen.

Flexibilität bei der Unterstützung ist wichtig

Personen, die durch das 120 % Modell unterstützt werden möchten, stellen einen Antrag an die Kommission für akademischen Nachwuchs und Gleichstellung KANG. Bei der Beurteilung dieser Anträge ist ausschlaggebend, dass die Unterstützung zur Verfolgung der nächsten Karriereziele verwendet wird. Dabei ist uns aber eine grosszügige Beurteilung der Anträge wichtig. Eine unterstützte Frau fragte uns beispielsweise an, ob sie einen Teilbetrag auch  für einen zusätzlichen Kita-Tag verwenden dürfe. Damit könne sie in Ruhe die erhobenen Resultate auswerten und auch publizieren. Selbstverständlich unterstützten wir diesen Plan! Eine andere Frau hätte während der Schwangerschaft klinische Daten in einer grossen Kuhherde im Ausland erheben sollen. Da sich unerwartet Schwangerschaftsprobleme einstellten, konnte der Betrag für eine Person eingesetzt werden, die an ihrer Stelle die klinischen Daten erhob.

Positives Fazit der unterstützten Personen und der Vetsuisse-Fakultät

Die bisher unterstützten Personen ziehen ein positives Fazit: Alle bestätigen, dass das Modell eine grössere örtliche und zeitliche Flexibilität schafft. Stillzeiten konnten stressfreier wahrgenommen werden, es bestand die Möglichkeit, Kinder flexibler in eine Fremdbetreuung einzuführen und hektischen Momenten des Familienlebens konnte mit mehr Gelassenheit begegnet werden. Im Rahmen des 120 % Modells wurden nicht nur unabdingbare Arbeiten erledigt und Projekte zeitgerecht beendet, es entstand auch mehr Freiraum für die Personen selbst. Dies führte unter anderem dazu, dass neue Projekte zielgerichteter in Angriff genommen werden konnten. Alle geförderten Personen konnten während des Unterstützungsjahres Publikationen und Konferenzbeiträge verfassen oder sogar die Habilitation abschliessen.

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen ist die Vetsuisse-Fakultät der Ansicht, dass es sich beim 120 % Modell um eine zielführende und darüber hinaus auch kosteneffiziente Unterstützungsmassnahme handelt. Die Beispiele zeigen, dass dank dieser Massnahme Forschungsprojekte erfolgreich weitergeführt werden und der Übergang zurück in die Arbeitswelt flexibler gestaltet werden kann.

Stellen auch Sie einen Antrag und profitieren Sie vom 120 % Modell!

Die Schaffung von sogenannten 120 % Lösungen (20% Überlappung) in Klinik und Forschung zur Überbrückung von Abwesenheiten in Schwangerschaft oder bei betreuungspflichtbedingten Abwesenheiten. Aus 100 % Stellen entstehen somit beispielsweise:

  • Postdoc 60 % und technische Assistenz 60 %
  • Postdoc 70 % und technische Assistenz 50 %
  • Postdoc 80 % und technische Assistenz 40 %

Der maximal bezogene Betrag ist 12’160.- pro Person und die maximale Unterstützungsdauer beträgt 12 Monate. Anträge von Personen mit tieferem Beschäftigungsgrad werden entsprechend angepasst. Anträge für diese Massnahme können vom akademischen Nachwuchs während der Schwangerschaft und bis zwei Jahre nach Niederkunft gestellt werden.

Benötigte Unterlagen

  • Curriculum vitae
  • Begründung des Antrages
  • Empfehlungsschreibenden der vorgesetzten Person
  • Höhe des beantragten Betrages

Anträge können jederzeit eingereicht werden an Prof. Dr. med. vet. Gaby Hirsbrunner gaby.hirsbrunner@vetsuisse.unibe.ch. Sie gibt Ihnen gerne mehr Auskunft.

VetMENT Mentoring - Programm der Vetsuisse-Fakultät

Das Mentoring - Programm VetMENT richtet sich an alle Doktorierenden, PhD-Studierenden und Assistierenden, alle Residents und Postdocs, alle Oberassistent/innen und Assistenzprofessor/innen der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern.

Aushang VetMENT Mentoring Program (PDF, 41KB)

Application Form für das Programm VetMENT 2019-2020 (PDF, 47KB)

VetMENT ist ein Instrument der individuellen Nachwuchsförderung und verfolgt vorrangig vier Ziele:

  • Den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Vetsuisse-Fakultät aktiv in seiner Laufbahn zu unterstützen.
  • Kontakte zu nationalen und internationalen hochkarätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzustellen und damit den Zugang zu Netzwerken zu ermöglichen, um eigene aufzubauen lernen.
  • Anhand von Workshops Kompetenzen zu stärken und den Nachwuchs optimal auf die universitäre Laufbahn vorzubereiten.
  • Den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Vetsuisse-Fakultät untereinander zu vernetzen.

Mentoring ist eine ursprünglich aus den USA stammende Methode, um in Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gezielt Nachwuchskräfte, insbesondere Frauen, zu fördern. Mentoring in der Wissenschaft hat auch eine Wissenschafts- und Institutionskritik zum Ziel und zielt klar auf einen Struktur- und Kulturwandel an den Universitäten (z.B. Frage der Teilzeitarbeit in den oberen Statusebenen) ab. Biographische Aspekte (Diskontinuität in den Lebensabläufen und Unterbrüche durch familiäre Verpflichtungen) schaffen Ungleichheit; Strukturen und Karriereschritte sind insbesondere im universitären Umfeld an zum Teil tradierten Lebensmodellen orientiert. Für VetMENT gilt vorrangig, dass die Mentees lernen sollen, Möglichkeiten zu erkennen und Chancen zu nützen; sie sollen im Austausch mit Mentorinnen und Mentoren zu einer aktiven Laufbahnplanung motiviert werden. Dieser Austausch bietet zudem die Chance der „beschleunigten Wissensvermittlung“: Durch die Zusammenarbeit mit Frauen und Männern aus dem Universitätskontext sowie aus der Praxis lernt man Regeln und den dominierenden Habitus schneller und reflektierter kennen.

Einblick in eine Tandem-Beziehung zwischen einer Mentee und einer Mentorin bietet das Interview von Kristina Rehberger und Karin Ingold (2016_1_VetsuisseNews).

Weitere ausführliche Informationen zum Ablauf, zum Rahmenprogramm und der One-to-one Beziehung zwischen Mentee und Mentor oder Mentorin erhalten Sie hier.

Sind Sie interessiert?

Für die Projektkoordination ist Dr. Silvie Klein-Franke zuständig: silvie.klein-franke@vetsuisse.unibe.ch. Sie gibt Ihnen gerne Auskunft auf Ihre Fragen.

Seit dem 1. Januar 2019 unterstütze ich als Gleichstellungskoordinatorin die Vetsuisse-Fakultät zur Entwicklung und Umsetzung von Gleichstellungsmassnahmen und begleite den veterinärmedizinischen wissenschaftlichen Nachwuchs u.a. durch folgendes:

  • Implementierung des bestehenden Gleichstellungsplans und Entwicklung eines Neuen
  • offene und spezifische Karriere- und Leadership-Workshops
  • individuelles und Gruppen-Coaching 
  • VetMENT, das grosszügige und sehr erfolgreiche Mentoring Programm der Vetsuisse-Fakultät, in dem neben einer Mentorschaft, Karriere-Workshops, Peer-Vernetzung und monatliche Gruppen-Coachings ermöglicht werden.

Bitte lassen Sie mich IHRE Ideen und Verbesserungsvorschläge wissen – damit wir die Vetsuisse Bern zum bestmöglichen Ort für alle jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln können.

In vieler Hinsicht habe ich selbst erlebt, was Sie jetzt leisten müssen. Ich wurde eine «akademische Nomadin» - eine Migrantin durch Disziplinen und deutschsprachige Länder, um die Integration unserer 6-köpfigen Familie mit ambitionierter Arbeit zu realisieren. Das Resultat: ein Patchwork CV.

Mein PhD absolvierte ich am MPI für Immunbiologie, 1991. Dann koordinierte ich ein von der UNESCO ausgezeichnetes internationales, interdisziplinäres, postgraduales Bildungsexperiment, welches Nachhaltigkeit sowie die Themen der damaligen grossen Weltkonferenzen zum Inhalt hatte.

Später leitete ich verschiedenste akademische Einheiten und unterstützte ihre Reorganisation: ein Tropenzentrum, ein Sprachenzentrum, ein Karrierezentrum und  - als professor of applied sciences  - entwickelte ich 4 internationale Studienprogramme als Bereichsleiterin für die Themen Human Resources, Organizational Development and Leadership mit 45 international höchst anerkannten Lehrenden.

Parallel arbeitete ich als Beraterin für hoch-renommierte Universitäten, Unternehmen, Regierungsinstitutionen und Förderagenturen (z.B. Stifterverband für die Wissenschaft).

Seit ich in die Schweiz gezügelt bin, arbeite ich weiter freiberuflich, zusätzlich zu meinem Vetsuisse Engagement – u.a. entwickelte ich das SNF-PRIMA Leadership Programm und setze es derzeit um.

Mir liegt sehr daran, die Vetsuisse in ihrem Bestreben, sich zu einer «Lernenden Organisation» zu entwickeln (https://www.vetsuisse.ch/assets/leitbild.pdf), zu unterstützen, denn es ist nachweislich die einzige Zusammenarbeitsform und -kultur, die Exzellenz, Perspektiven-Vielfalt und Nachhaltigkeit zugleich ermöglicht.

Falls Sie Fragen zum Thema Gleichstellung oder zum Gleichstellungsplan haben oder ein persönliches Gespräch mit mir wünschen, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

silvie.klein-franke@vetsuisse.unibe.ch
www.ideasXskills.eu

VetMent

  • 25. September 2019, 12:20 to 12:50, Informationsveranstaltung VetMentProgramm im Fakultätszimmer    
  • 3. Oktober 2019  VetMentProgramm Kick-off  9 – 16 Uhr 
  • 12. November 2019 Strategic Leadership Women (PDF, 69KB), 9 - 17 Uhr
  • März 2021 Programmabschluss VetMent

Veranstaltungen

wissenschaftlicher Mini-Input

zur Verbindung von Perspektivenvielfalt & Nachhaltigkeit, mit nachfolgender Diskussion, was daraus für die Gleichstellung von Frauen folgt am 6. Juni 2019, 14.30 - 15.30 Uhr im Seminarraum Pferdeklinik (Länggassstrasse 124).

06.06.19

VetMent - Informationsveranstaltung

6.9.2019, 12:15 - 12:45 Information zum Vetment Programm im Fakultätszimmer, Länggassstrasse 120, Uni Bern

06.09.19

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