Albert-Heim-Stiftung – Fokus Hund

Die Albert-Heim-Stiftung unterstützt Forschungsvorhaben rund um die Forschung für den Hund. Wir berichten auch über die diesjährige Veranstaltung der Albert-Heim-Stiftung im Naturhistorischen Museum in Bern, bei der Preise an Nachwuchsforschende der Vetsuisse-Fakultät vergeben wurden.

von Meike Mevissen und Tosso Leeb

Was ist die Albert-Heim-Stiftung?

Die Albert-Heim-Stiftung (AHS), die es nun seit mehr als 90 Jahren gibt, fördert wissenschaftliche Forschung zum Hund und seine Bedeutung und Beziehung zum Menschen. Zu diesem Zweck unterstützt sie mit namhaften Beträgen kynologische Forschungsprojekte, die aus den verschiedensten Bereichen der  Wissenschaft kommen können. Gesuche auf die Unterstützung von Forschungsvorhaben müssen allgemeinverständlich verfasst sein und gerade für Nachwuchswissenschaftler*innen bestehen gute Chancen, dort ihre ersten eigenen Drittmittel einzuwerben. Prof. Frank Steffen in Zürich und Prof. Tosso Leeb in Bern sind Mitglieder im Stiftungsrat und geben gerne Tipps zur Antragstellung. In diesem Jahr wurden insgesamt 6 Forschungsgesuche aus der Vetsuisse-Fakultät bewilligt. So hat zum Beispiel Dr. med. vet. Simona Vincenti aus Bern einen Betrag von 19‘800 CHF für ihr Forschungsprojekt erhalten. Wir (Meike und Simona) diskutierten im Rahmen des Mentoring-Programms, was ein sinnvoller nächster Schritt im Forschungsprojekt wäre. Da waren wir uns schnell einig, dass wir mehr über den Inhalt der extrazellulären Vesikel, kurz EVs, wissen wollten, die Simona bei Hunden mit Mastzelltumoren aus dem Plasma isoliert.
Wir gingen gemeinsam zur universitären Core Facility «Proteomics Proteomics & Mass Spectrometry» und besprachen alles mit Prof. Manfred Heller und seinem Team. Da diese Analysen Geld kosten, schauten wir auf die Webseite der Albert-Heim-Stiftung und die Deadline war in 10 Tagen. Simona war mit ihrem Gesuch erfolgreich!

Veranstaltung im Naturhistorischen Museum in Bern 2025

Am 14. November 2025 lud die Albert-Heim-Stiftung zu einer interessanten Veranstaltung zum Thema Krebsforschung beim Hund ein. Zunächst entführte uns Dr. Stefan Hertwig, Leiter der Abteilung Wirbeltiere am Museum und Stiftungsrat der Albert-Heim-Stiftung in die Welt der Skelette von diversen Hunderassen, die im Museum lagern und aufbereitet werden. Im Naturhistorischen Museum in Bern existiert mittlerweile die weltweit grösste kynologische Sammlung, die von Forschenden aus der ganzen Welt genutzt wird. Dr. Simone de Brot vom Institut für Tierpathologie in Bern referierte über Tumoren und Rassespezifitäten und über die Entwicklung in der Diagnostik diverser Tumoren. Nach diesem Hauptvortrag wurden die Laudationes für den Albert-Heim Award von den Betreuenden der beiden Preisträgerinnen, Prof. Mirja Nolff und Dr. Simone de Brot, vorgetragen. Der Albert-Heim Award wird jedes Jahr für innovative und qualitative herausragende Forschungsarbeiten vergeben. Die Gewinnerin des «Albert-Heim Awards», Dr. Patricia Beer (Bild 1), von der Vetsuisse-Fakultät Zürich, berichtete über ihre Forschung zu Weichteilsarkomen beim Hund. Mittels eines fluoreszierenden Farbstoffes, der gezielt in Sarkomen bindet, können ChirurgInnen Weichteilsarkome bei Hunden während der Operation sichtbar machen und präziser entfernen. Es gibt auch einen translationalen Ansatz, da, im Vergleich zum Hund, Sarkome beim Menschen jedoch eine sehr seltene Erkrankung sind, was die Durchführung klinischer Studien erschwert. Aufgrund der biologischen und molekulargenetischen Ähnlichkeit der Erkrankung und weil Sarkome bei Hunden 100-mal häufiger vorkommen, eignen sich diese gut als Modell, um Therapien für Mensch und Tier zu verbessern. Die Gewinnerin des zweiten Preises der Albert-Heim-Stiftung, Dr. Leonore Aeschlimann (Bild 2) aus Bern, entführte uns dann in ihrem klaren Vortrag in die Welt der künstlichen Intelligenz, um Mutationen im BRAF-Protein in Urothel-Karzinomen bei Hunden zu erkennen. Herzliche Gratulation an beide Preisträgerinnen.

An diesem Event machte Networking beim Apéro riche (Bilder 3 und 4) im Museum direkt neben dem gigantischen Walskelett Spass. Wir trafen ehemalige Vetsuissler, wie den Kleintierchirurgen Dr. Uli Rytz, die frühere Präsidentin des Schweizerischen Leonberger Clubs und auch viele noch aktive Kolleginnen und Kollegen der Vetsuisse. Rundum eine sehr interessante, lehrreiche und auch kulinarisch hochstehende Veranstaltung. Diese Veranstaltung findet jedes Jahr statt und der Stiftungsrat freut sich über eure Teilnahme.

VetsuisseNews

Dieser Artikel erschien im Original in der VetsuisseNews 3/25.

zur vollständigen Ausgabe