Was macht Dir an Deiner Arbeit am meisten Freude?
Yannick: Die Vielseitigkeit. Auf den Betrieb zum Bauern gehen, den ganzen Prozess begleiten: von der Annahme bis zum Verkauf. Ich selbst lebe auf einem Landwirtschaftsbetrieb. Auch mein Sohn, eineinhalb Jahre alt, ist überall dabei.
Und was bedeutet für Harry Lebensfreude?
Harry: Dass ich arbeiten kann, die Vielfältigkeit dabei. Harry ist Vater von Drillingen. Die drei Kinder, zwei Buben und ein Mädchen, sind zweieinhalb Jahre alt. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei weitere Kinder. Heute ist er mit Martina Ernstberger zusammen. Sie war Oberärztin der Ambulanz und Bestandesmedizin am Universitären Tierspital in Zürich. Harry und Martina führen einen eigenen Bauernhof, auf dem sie Pustertaler Sprinzen halten.
Und was fällt Euch manchmal schwer oder bereitet Euch Mühe?
Yannick: Mir macht nichts Mühe. Harry hatte zu Beginn mehr Mühe mit dem Schlachten.
Harry: Doch es gehört zum Leben und Fleischessen dazu. Ich habe mich daran gewöhnt. Früher als kleines Kind, konnte ich es mir nicht vorstellen, Metzger zu werden. Heute bereitet ihm vor allem das Unplanbare im Beruf manchmal Mühe. Trotzdem sagt er: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben.
Gibt es ein Erlebnis aus Eurem Berufsalltag, das Euch besonders geblieben ist?
Yannick: Die Begegnung mit Harry. Die Antwort sorgt für Gelächter. Doch neben den persönlichen Begegnungen sind es vor allem die Rückmeldungen der Bauern, die den beiden bleiben.
Yannick: Die Bauern sagen, dass sie sehr froh sind, dass es uns gibt. Wir erfahren dort viel Wertschätzung für unsere Arbeit. Und am Ende entsteht aus unserer Arbeit ein wertvolles Lebensmittel.
Was sollten Menschen über das Schlachten wissen, die noch nie damit in Berührung gekommen sind?
Yannick: Die Produktion eines Lebensmittels.
Harry: Metzger ist ein verrufener Beruf. Viele verstehen den Zusammenhang nicht. Man sollte das eigene Produkt wertschätzen. Wertschätzen, was man macht. Für Harry hat diese Haltung auch im Privaten eine grosse Bedeutung. Er hat eigene Schweine, die er für seine Familie schlachtet. Rinder noch nicht. Auch Yannick isst nur Fleisch aus dem eigenen Betrieb.
Yannick: Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal im Laden ein Stück Fleisch gekauft habe. Den eigenen Schinken auf den Tisch bringen zu können, ist etwas Schönes. Darauf können wir stolz sein.
Was bedeutet für Euch ein respektvoller Umgang mit einem Tier, gerade im Moment der Schlachtung?
Für beide bedeutet der respektvolle Umgang mit dem Tier viel. Entscheidend ist, ruhig zu bleiben.
Harry und Yannick: Wichtig ist, cool zu bleiben. Die Routine, jeder Handgriff muss sitzen. Das Tier merkt, wenn der Mensch nervös ist. Diese Routine und Erfahrung sind für die Arbeit zentral. Jeder Handgriff soll sitzen; nicht nur für einen möglichst reibungslosen Ablauf, sondern auch aus Respekt gegenüber dem Tier.
Der Maler trägt weiss, der Kaminfeger schwarz. Warum trägt Ihr weiss?
Harry: Weiss ist die Farbe der Hygiene. Die weisse Kleidung steht damit sinnbildlich für einen wichtigen Teil der Arbeit: Auch bei der Schlachtung spielt Hygiene eine zentrale Rolle.
Was wolltet Ihr noch sagen?
Wer sich für die Arbeit und den Schlachtprozess interessiert, darf einen Blick hinter die Kulissen werfen. Interessierte können sich bei Harry melden.
Vielen Dank Harry und Yannick, für das Gespräch und den Einblick hinter die Kulissen.