Fast 7% der 432 Veterinärmedizinstudierenden gaben an, zum jetzigen Zeitpunkt Antidepressiva einzunehmen. Diese Prävalenz stieg auf 8% der Befragten bei der Frage, ob Antidepressiva jemals für länger als 6 Monate eingenommen worden sind. Entspricht diese Prävalenz dem Bevölkerungsdurchschnitt oder nehmen Studierende der Veterinärmedizin mehr Antidepressiva ein? Anscheinend nehmen 2-3% der Allgemeinbevölkerung derselben Altersgruppen Antidepressiva (Medikamente - Einnahme - Sucht Schweiz). Veterinärmedizinstudierende nehmen also häufiger Antidepressiva zu sich als der Durchschnitt. Zwischen den Studienstandorten Bern und Zürich konnten wir keinen statistisch signifikanten Unterschied der Antidepressiva-Einnahme erkennen (p ≥ 0.05). Jedoch gab es in der univariablen Analyse eine statistisch signifikante Assoziation (p ≤ 0.05) zwischen Antidepressiva-Einnahme und Alter, Herkunftsort vor Studienbeginn, Wohnweise während des Studiums und dem Jahreskurs (Abb. 1) In der multivariablen Analyse (dort schaut man wie alle diese Faktoren gemeinsam ein Ergebnis beeinflussen – und versucht herauszufinden, welcher Faktor wie stark wirkt, während die anderen konstant gehalten werden), wurde ersichtlich, dass v.a. der Jahreskurs, der Herkunftsort vor Studienbeginn und die Wohnweise eine wichtige Rolle bei der Antidepressiva Einnahme spielten. Studierende, die in der Stadt (> 20'000 Einwohner) aufgewachsen sind greifen 3,8-mal eher zu Antidepressiva (11.4%) als Studierende, die auf dem Land (< 5'000 Einwohner) aufgewachsen sind (3.6%) (p ≤ 0.05). Studierende, die in einer Wohngemeinschaft oder im Studentenwohnheim leben, verwenden 5-mal eher Antidepressiva (10.7%) als die Studierenden die mit der Familie (2.7%) zusammenleben (p ≤ 0.05). Studierende vom 2. Jahreskurs nehmen 6,5-mal eher Antidepressiva ein als solche vom 1. Jahreskurs (p ≤ 0.05). Zudem haben wir verglichen, wie sich die Studierenden während der Vorlesungszeit (Abb. 2) und während der Lern-/Prüfungsphase (Abb.3) fühlen. Wir hatten sie gefragt, wie oft sie sich niedergeschlagen, antriebslos, hoffnungslos oder ohne Motivation in diesen 2 Phasen gefühlt haben. Negatives Empfinden hat während der Lern-/Prüfungsphase deutlich zugenommen.