Im September 2025 begrüsste das CAS One Health an der Vetsuisse Bern die ersten Teilnehmenden. Dieses neue Weiterbildungsprogramm, das in der Schweiz und in Europa einzigartig ist, wurde für Fachleute entwickelt, die an der Schnittstelle zwischen Ökosystem, Tier- und Menschengesundheit arbeiten. Während des gesamten Programms wandten die Teilnehmenden die Instrumente des One-Health-Ansatzes auf Fallstudien aus der Praxis an. Sie arbeiteten an praktischen Herausforderungen und lernten, wie sie systemische, sektorübergreifende Strategien zur Bewältigung komplexer Gesundheitsprobleme umsetzen können. So konnten sie eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen und gleichzeitig herausfinden, was für ihren eigenen beruflichen Kontext am relevantesten ist.
Die erste Kohorte dient auch als lebendes Labor. Die Teilnehmenden arbeiteten in interdisziplinären Gruppen und brachten unterschiedliche Hintergründe aus Wissenschaft, öffentlichen Institutionen, internationalen Organisationen sowie den Bereichen Veterinärmedizin, Biologie, Pharmazie, Journalismus und Ingenieurwesen mit. Ein Workshop hat bereits zu einer wissenschaftlichen Publikation geführt (derzeit im Peer-Review-Verfahren), in der hervorgehoben wird, wie ein solches Programm dazu beiträgt, sektorale Spannungen und Machtdynamiken bei der Bewältigung komplexer One-Health-Probleme aufzudecken und zu navigieren.
Von den Grundlagen zur Praxis
Während des Herbstsemesters absolvierten die Teilnehmenden die Basismodule, die sich mit der Geschichte und den Grundlagen des One-Health-Ansatzes sowie mit soziologischen, anthropologischen und ethischen Perspektiven befassten. Ein besonderes Highlight war eine Exkursion ins Walliser Dorf Törbel. Die Gemeinde gilt als klassisches Beispiel für die erfolgreiche Verwaltung von Gemeingütern und hat sogar die Forschung der Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom geprägt. Vor Ort wurde anschaulich, wie wichtig gemeinsames Handeln und geteilte Verantwortung sind – zentrale Prinzipien des One-HealthAnsatzes.
Die Teilnehmenden wurden auch mit praktischen Instrumenten ausgestattet, um Gesundheitsherausforderungen aus einer systemischen Perspektive zu betrachten und relevante Interessengruppen für eine interdisziplinäre und transdisziplinäre Zusammenarbeit zu mobilisieren. Mehrere erfahrene Institutionen trugen zum Unterricht bei, darunter td-net, EAWAG und WSL.