Drei Viertel sind Steuergelder
Zählt man zur direkten Finanzierung durch Bund und Kantone noch jene Drittmittel und Dienstleistungen dazu, die auch aus öffentlichen Geldern finanziert sind (SNF, Innosuisse), so ist die Universität Bern zu mehr als drei Vierteln aus Schweizer Steuergeldern finanziert. Lehre und Forschung sind damit freier, da sie nicht von Profitinteressen Privater abhängig sind. Und trotzdem nimmt der Staat sehr wohl Einfluss auf die Universitäten, auch in der Schweiz. Dies zeigt ein kurzer Blick in die Geschäftsdatenbank von National- und Ständerat: Vorstösse zur Gendermedizin, zur Wirkung von Pestiziden, zur Rüstungsforschung, zu Tierversuchen, zur Krebsforschung oder zur Agrarforschung versuchen die Verteilung von Forschungsgeldern zu lenken. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Kanton: Dort finden sich sogar Vorstösse zu einzelnen Lehrstühlen oder deren Besetzung.
Und trotzdem, Verhältnisse wie jüngst in den USA herrschen in der Schweiz nicht. Bedenkt man, dass allein die Universität Bern in einem Jahr öffentliche Gelder im Gegenwert von drei F35-Kampfjets erhält, so zieht sie im Vergleich kaum politische Aufmerksamkeit auf sich. In diesen Relationen gesehen darf man die Finanzierung der Universität trotz allen Herausforderungen als stabil und die politische Einflussnahme als klein bezeichnen.