Science & BBQ Day 2026

Am diesjährigen Science and Barbecue Day haben wir wiederum einen Einblick erhalten in die exzellente Forschung, die an unserer Fakultät stattfindet. Das gab Anlass zum standortübergreifenden Networking, denn gemeinsam sind wir noch besser.

von Meike Mevissen

Am 3. September fand wiederum der Science & Barbecue Day statt, dieses Jahr am Standort Bern. Die Vetsuisse Kommission für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hatte das wissenschaftliche Programm zusammengestellt sowie die Ausschreibung und die Evaluation der Young Scientist Paper Awards begleitet.

Die Breite der Forschung an unserer Vetsuisse-Fakultät wurde in den vier Beiträgen sehr deutlich. So startete die Veranstaltung mit einem Vortrag von Dozent PD Dr. Lars Straub (Institut Bienengesundheit, Vetsuisse Bern), der uns Unterschiede von Bienen und Hummeln erklärte, die Diversität der 250 Spezies der bumble bees aufzeigte, und deren Bedrohungen berichtete. «Die weiblichen Bienen machen die Schwerstarbeit, aber die Männchen sind schon auch wichtig, da sie essentiell für die erfolgreiche Reproduktion sind», sagte Lars Straub. Schlussendlich kann eine mangelnde Fertilität der Männchen zum Rückgang der Bienenpopulationen beitragen. Eine laufende epidemiologische Studie im Institut für Bienengesundheit sollte zur Gewinnung von Erkenntnissen zu Umweltstressoren inklusive pathogenen Erregern, Spermaqualität etc. beitragen.

Im zweiten Beitrag berichtete Prof. Giovanni Ghielmetti (Abteilung für Veterinärbakteriologie, One Health Institut, Vetsuisse Zürich) anhand des Beispiels von einem Elefanten, der in der Pathologie in Bern seziert wurde nachdem er in den 90iger Jahren aus dem Kruger Nationalpark nach Deutschland verschifft wurde, dort in einem Zoo war und anschliessend im Jahr 2021 in den Zoo Basel kam. Die Diagnose lautete Tuberkulose. Nachforschungen ergaben, dass vorgängig ein afrikanischer Elefantenbulle erkrankt und eingeschläfert wurde, ein Tierpfleger in einem deutschen Zoo sowie ein Babirusa, ein Hirscheber, an Tuberkulose erkrankt waren. Die Analyse genomischer Varianten in Mycobaterium tuberculosis-Isolaten des Elefanten und eines Ausbruchs beim Menschen in Malawi deutete auf eine potenziell durch das Immunsystem gesteuerte Evolution innerhalb des Wirts hin. Giovanni ist an einem grossen Projekt beteiligt, wo Elefanten und andere Tiere im Kruger Nationalpark auf Tuberkulose getestet werden.

Dr. Richard Becker (ISME, Vetsuisse Bern) referierte über ein grosses Forschungsprojekt des ISME über chirurgische Behandlungsmöglichkeiten von Pferden mit «Headshaking», einer Erkrankung des Trigeminus-Nerven bei Pferden. Diese Erkrankung löst massiven Stress bei den Tieren aus. Angelehnt an Vorgehensweisen, die beim Menschen angewendet werden, wurden zunächst Kadaverstudien zur genauen Analyse der mikro-anatomischen Zielstrukturen durchgeführt. Der Ursprung dieser schmerzhaften Erkrankung ist nach wie vor unbekannt. Diverse pharmakologische Interventionen führen nicht zum Ziel. Nun wird an der Entwicklung einer Rhizotomie-Technik für diese Patienten gearbeitet und erste klinische Experimente am Pferd werden an der Colorado State Universität durchgeführt.

Den Abschluss des wissenschaftlichen Programms machte Professorin Lara Urban, die vor einem halben Jahr mit ihrer Forschungsgruppe an das Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene und das One Health Institut der Vetsuisse Zürich kam. In ihrer Forschung geht es um modernste Methoden, genomische Technologien und KI (Künstliche Intelligenz). Lara machte deutlich, dass die Nanopore-Sequenzierung viele Vorteile bietet und erläuterte sehr anschaulich, wie in der Feldforschung Proben direkt sequenziert und ausgewertet werden und so Pathogene rasch identifiziert werden können. Weiterhin sind Analysen für Resistenzmechanismen sowie epigenetische Analysen eingeschlossen. Lara zeigte aber auch die Limitierungen auf. Die Zauberformel lautet Metagenomik, die Zukunft der globalen Erregerüberwachung.

Am Montag, 19. Oktober 2026 um 17 Uhr halten Lara und Giovanni gemeinsam ihre Antrittsvorlesung in Zürich (Aula KOL-G-201, Rämistrasse 71). Wir sind alle eingeladen.

Schon in der Diskussion nach den Vorträgen wurden interessante Kooperationsmöglichkeiten identifiziert. Beim feinen Barbecue wurde angeregt diskutiert, erste Kooperationen bereits besiegelt und neue Kontakte geknüpft.

Wie gut sind wir in der Forschung?

Die Vetsuisse-Fakultät geniesst international einen guten Ruf, nicht nur in Rankings. Der Code of Conduct, «Join» der vor mehr als 10 Jahren für unsere Vetsuisse-Fakultät generiert wurde, gilt immer noch genau gleich. Gemeinsam können wir noch besser werden!

VetsuisseNews

Dieser Artikel erschien im Original in der VetsuisseNews 2/26.

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