von Meike Mevissen
Am 3. September fand wiederum der Science & Barbecue Day statt, dieses Jahr am Standort Bern. Die Vetsuisse Kommission für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hatte das wissenschaftliche Programm zusammengestellt sowie die Ausschreibung und die Evaluation der Young Scientist Paper Awards begleitet.
Die Breite der Forschung an unserer Vetsuisse-Fakultät wurde in den vier Beiträgen sehr deutlich. So startete die Veranstaltung mit einem Vortrag von Dozent PD Dr. Lars Straub (Institut Bienengesundheit, Vetsuisse Bern), der uns Unterschiede von Bienen und Hummeln erklärte, die Diversität der 250 Spezies der bumble bees aufzeigte, und deren Bedrohungen berichtete. «Die weiblichen Bienen machen die Schwerstarbeit, aber die Männchen sind schon auch wichtig, da sie essentiell für die erfolgreiche Reproduktion sind», sagte Lars Straub. Schlussendlich kann eine mangelnde Fertilität der Männchen zum Rückgang der Bienenpopulationen beitragen. Eine laufende epidemiologische Studie im Institut für Bienengesundheit sollte zur Gewinnung von Erkenntnissen zu Umweltstressoren inklusive pathogenen Erregern, Spermaqualität etc. beitragen.
Im zweiten Beitrag berichtete Prof. Giovanni Ghielmetti (Abteilung für Veterinärbakteriologie, One Health Institut, Vetsuisse Zürich) anhand des Beispiels von einem Elefanten, der in der Pathologie in Bern seziert wurde nachdem er in den 90iger Jahren aus dem Kruger Nationalpark nach Deutschland verschifft wurde, dort in einem Zoo war und anschliessend im Jahr 2021 in den Zoo Basel kam. Die Diagnose lautete Tuberkulose. Nachforschungen ergaben, dass vorgängig ein afrikanischer Elefantenbulle erkrankt und eingeschläfert wurde, ein Tierpfleger in einem deutschen Zoo sowie ein Babirusa, ein Hirscheber, an Tuberkulose erkrankt waren. Die Analyse genomischer Varianten in Mycobaterium tuberculosis-Isolaten des Elefanten und eines Ausbruchs beim Menschen in Malawi deutete auf eine potenziell durch das Immunsystem gesteuerte Evolution innerhalb des Wirts hin. Giovanni ist an einem grossen Projekt beteiligt, wo Elefanten und andere Tiere im Kruger Nationalpark auf Tuberkulose getestet werden.